Jan Croonenbroeck

Dirigent

Jan Croonenbroeck
Jan Croonenbroeck (Foto: Philippe Stier)

Jan Croonenbroek ist seit der Spielzeit 2023/2024 Erster Kapellmeister am Staatstheater Nürnberg. Er dirigierte eigene Einstudierungen von Lucia di Lammermoor und als Wiederaufnahme Il trovatore und übernahm Nachdirigate von Nabucco, Parsifal und Pelléas et Mélisande. 

Presse und Publikums feierten seine Einstudierung von Eugen Onegin zu Beginn der Spielzeit 2024/2025. Zu seinen weiteren Dirigaten in Nürnberg gehörten neben der Wiederaufnahme von Le nozze di Figaro und Hänsel und Gretel auch Vorstellungen von Carmen und Der fliegende Holländer sowie zahlreiche Konzerte. In der Spielzeit 2025/2026 wird er in Nürnberg eine Neueinstudierung von Puccinis Turandot leiten und Vorstellungen von Kaija Saariahos Innocence, Lulu und einen Ballettabend mit Strawinskis Petruschka und Pulcinella dirigieren.

 

Jüngste Gastspiele führten Jan Croonenbroeck 2024/2025 an das Stadttheater Gießen, wo er kurzfristig die Leitung der Premiere von Verdis Il trovatore übernahm und als Dirigent von Glucks Orphée et Eurydice an das Staatstheater Darmstadt. Im Herbst 2025 leitete er am Stadttheater Gießen die Neuinszenierung von L’elisir d’amore.

 

Der junge Dirigent stammt aus Münster und erhielt früh eine private Musikausbildung in den Fächern Klavier, Cembalo, Posaune und Gesang. Nach dem Abitur absolvierte er von 2007 bis 2011 ein Studium der Katholischen Kirchenmusik, Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule für Musik in Detmold und komplettierte sein Orgelstudium 2012 mit einem Diplomabschluss in der Klasse von Prof. Tomasz Adam Nowak. Anschließend begann Jan Croonenbroeck ein Studium der Orchesterleitung an der Hochschule für Musik in Detmold bei Prof. Karl-Heinz Bloemeke, von 2012 bis 2015 vertiefte er seine dirigentische Ausbildung bei Prof. Per Borin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, wo er 2015 mit einem Bachelor of Music abschloss.

 

Wichtige Impulse erhielt Jan Croonenbroeck durch Meisterkurse unter anderem bei Peter Planyavsky (Orgelimprovisation), Paul van Nevel und Marie Guinand (Chorleitung), Axel Bauni, Till Fellner und András Schiff (Klavier / Liedbegleitung) sowie Sylvain Cambreling und Tilo Lehmann (Orchesterleitung). Als Organist und Liedbegleiter gewann Jan Croonenbroeck zahlreiche Wettbewerbe und wirkte bei einigen CD-Einspielungen mit. 2010 erhielt er das Bayreuth-Stipendium des Richard-Wagner-Verbands Münster.

 

Seine klassische Kapellmeisterkarriere begann Jan Croonenbroeck an der Staatsoper Stuttgart, wo er 2013 bis 2015 zunächst als Assistent des Chordirektors, dann von 2015 bis 2017 als Solokorrepetitor engagiert war. Er war mit der Einstudierung von Werken wie Elektra, Tristan und Isolde, Eugen Onegin, La Bohème, Rigoletto, Tosca, Der Freischütz sowie Brittens Death in Venice betraut und assistierte Cristian Curnyn bei Händels Alcina und Giuliano Carrella bei Jossi Wielers Neuinszenierung von Händels Ariodante. Im Juni 20217 dirigierte er seine eigene Einstudierung von Gion Antoni Derungs' a capella-Oper Benjamin im Kammertheater Stuttgart. 

 

Gastverpflichtungen als Korrepetitor führten zur Zusammenarbeit mit Pablo Heras-Casado beim Lucerne Festival 2013, mit Jeffrey Tate beim Bach-Collegium Stuttgart 2014 und mit Stéphane Dénève beim Sinfonierorchester des SWR, zu den Bamberger Symphonikern für Verdis Falstaff mit Jonathan Nott, zu den Festspielen Baden-Baden für La Damnation de Faust mit Sir Simon Rattle und zum Musikfest Berlin für die Einstudierung von Schönbergs Die Jakobsleiter mit Ingo Metzmacher. Als musikalischer Assistent und Co-Dirigent wirkte er bei Donizettis L'elisir d'amorebei den Opernfestspielen in St. Margarethen und bei Sergei Banewitschs Die Schneekönigin auf Schloss Esterházy in Eisenstadt.

 

Von 2017/2018 war Jan Croonenbroeck Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Bayerischen Staatstheater Nürnberg, wo er Aufführungen von Verdis La traviata, Tschaikowskis Der Nussknacker sowie Familienkonzerte dirigierte. Als Repetitor betreute er unter anderem die Neueinstudierungen von Lehárs Die lustige Witwe, Zimmermanns Die Soldaten sowie Monteverdis Il ritorno d‘Ulisse in patria, die Wiederaufnahmen von Verdis Otello, Mozarts Die Zauberflöte sowie Puccinis La Bohème und Tosca.

 

Zur Spielzeit 2018/2019 wechselte Jan Croonenbroeck als Kapellmeister und Studienleiter an das Hessische Staatstheater Darmstadt. Er leitete eigene Neuesinstudierungen, unter anderem von Bernsteins Trouble in TahitiTwice through the heart von Turnage oder Christian Josts Fassung der Dichterliebe, und erweiterte sein Opernrepertoire durch Nachdirigate von Verdis Un ballo in maschera, Fidelio, Lucia di Lammermoor, La Bohème, Lulu, Eugen Onegin, Turandot und Cole Portes Kiss me, Kate sowie Monteverdis Orfeo. Hinzu kamen Familienkonzerte des Staatsorchesters Darmstadt mit Bernsteins Symphonic Dances from West Side Story, Beethovens Pastorale, Brittens A Young Person’s Guide to the Orchestra, Elgars Enigma Variations, Griegs Peer Gynt Suiten sowie Saint-Saëns’ Karneval der Tiere.

 

Seit 2018 ist Jan Croonenbroeck regelmäßig als Studienleiter und Assistent bei den Bayreuther Festspielen tätig. Er assistierte zunächst Christian Thielemann bei Lohengrin, 2021 Pietari Inkinen bei der Neueinstudierung der Walküre, war 2022 musikalischer Assistent der Neuinszenierung Der Ring des Nibelungen, die von Cornelius Meister geleitet wurde und assistierte Andris Nelsons bei den Konzerten zum Abschluss der Festspielsaison. Als Studienleiter von Tannhäuser assistierte er 2023 und 2024 Natalie Stutzmann, bei Parsifal assistierte er 2023 und 2024 Pablo Heras-Casado. Als Assistent von Pablo Heras-Casado arbeitete Jan Croonenbroeck bei der Neueinstudierung von Das Rheingold im Januar 2025 erstmals an der Opéra National de Paris. 

 

Jan Croonenbroeck ist zudem Dirigent und Cembalist des Ensembles Seicento Vocale, das sich mit exquisiten Aufführungen von Werken des 17. Jahrhunderts seit einigen Jahren einen Namen gemacht hat. Das Debütalbum des Ensembles mit dem Titel Friedensrufe wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik und den International Classical Music Award nominiert.

Repertoire Musiktheater

P. Abraham Ball im Savoy
R. Ayres Peter Pan*
S. Banewitsch Die Schneekönigin*
C. Beck Scrooge
L. v. Beethoven Fidelio
A. Berg Lulu (Cerha / Kloke)
L. Bernstein Trouble in Tahiti
G. Bizet Carmen
B. Britten Death in Venice*
G. A. Derungs Benjamin
G. Donizetti L’elisir d‘amore
  Lucia di Lammermoor
C. W. Gluck Orphée et Eurydice (Berlioz-Fassung)
G. F. Händel Alcina*
  Ariodante*
E. Humperdinck Hänsel und Gretel
L. Janàček Jenůfa*
C. Jost / R. Schumann Dichterliebe (in der Bearbeitung von C. Jost)
F. Lehár Die lustige Witwe*
P. Lincke Frau Luna
O. Messiaen Saint François d'Assise*
C. Monteverdi Il ritorno d’Ulisse in patria*
  L'Orfeo
W. A. Mozart  Le nozze di Figaro
  Don Giovanni*
  Die Zauberflöte
E. Naske Das Städtchen Drumherum
O. Nicolai Die lustigen Weiber von Windsor
C. Porter Kiss me, Kate
G. Puccini La Bohème
  Tosca*
 

Madama Butterfly*

 

Turandot

I. ter Schiphorst Der Grüffelo und Das Grüffelokind
A. Schlünz Fidelio-Finale
A. Schreier Wunderland
J. Strauß Die Fledermaus
R. Strauss Salome*
  Elektra*
  Der Rosenkavalier*
  Ariadne auf Naxos*
P. I. Tschaikowski Eugen Onegin
M.-A. Turnage Twice through the heart 
V. Ullmann Der zerbrochene Krug*
G. Verdi Nabucco
  Rigoletto*
  La traviata
  Il trovatore
  Un ballo in maschera
  Otello*
  Falstaff*
R. Wagner Lohengrin*
  Tannhäuser*
  Tristan und Isolde*
  Das Rheingold*
  Die Walküre*
  Siegfried*
  Götterdämmerung*
  Parsifal
C. M. v. Weber Der Freischütz*
K. Weill Die Dreigroschenoper
B. Wilden Pit und Paula
B. A. Zimmermann Die Soldaten*
  *assistiert/in Vorbereitung

Repertoire Konzert

A. Arutjunjan Trompetenkonzert
S. Barber Cave to the Heart (Medea-Suite)
B. Bartók Konzert für Viola und Orchester
L. v. Beethoven Sinfonien Nr. 1, 2, 5, 6, 9
  Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 op. 72 b
L. Bernstein Ouvertüre zu Candide
  Symphonic Dances from West Side Story
F. Berwald Sinfonie Nr. 4 Es-Dur „Naïve“
M. E. Bossi Konzertstück für Orgel und Orchester
J. Brahms Sinfonien Nr. 1, 2, 3
  Ungarische Tänze
B. Britten A Young Person's Guide to the Orchestra
F. Busoni Eine Lustspiel-Ouvertüre
A. Casella Concerto romano
A. Chatschaturjan Masquerade Suite
S. Coleridge-Taylor Christmas Ouverture
C. Debussy Prélude à l’après-midi d’un faune
F. Delius Winter Night
P. Dukas Der Zauberlehrling
  Fanfare zu "La Péri"
A. Dvořák Sinfonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“
  Slawische Tänze
E. Elgar Enigma-Variationen
  Cellokonzert
  Pomp and Circumstance Marsch Nr. 1
  Sursum Corda
G. Enescu Dixtuor
G. Gershwin Cuban Ouverture
  Lullaby for Strings
E. Grieg Peer Gynt-Suiten Nr. 1 und 2
J. Haydn Sinfonien Nr. 26, 44, 104
  Divertimento F-Dur
  Trompetenkonzert
H. W. Henze Barcarola 
B. Herrmann Psycho-Suite
F. A. Hoffmeister Konzert für Viola und Orchester
Z. Kodály Tänze aus Galanta
E. W. Korngold Schauspiel-Ouvertüre
F. Liszt Malédiction
W. Lutosławski Musique funèbre
A. Lyadov Baba Yaga
W. A. Mozart Sinfonien Nr. 9, Nr. 25 und 41 „Jupiter“
  Violinkonzerte in A-Dur und D-Dur
  Flötenkonzert G-Dur
  Oboenkonzert
  Klarinettenkonzert
  Fagottkonzert
  Gran Partita
M. Mussorgski Bilder einer Ausstellung (Reuter/Ravel)
  Eine Nacht auf dem kahlen Berge (Rimski-Korsakow)
R. Newton Capriccio für Tuba und Orchester
O. Nicolai Weihnachtsouvertüre
W. Petersen Shakespeare-Lieder für tiefe Stimme und Orchester
F. Price Symphony Nr. 1 e-moll
G. Puccini La tregenda aus "Le Villi"
S. Rachmaninow Rhapsodie über ein Thema von Paganini
M. Ravel Daphnis et Chloé Suite Nr. 2
G. Rossini Ouvertüre zu "La gazza ladra"
O. Respighi Fontane di Roma
C. Saint-Saëns Karneval der Tiere
  Danse macabre
  Mache héroïque
  Die Ermordung des Herzogs von Guise
A. Schönberg Verklärte Nacht
F. Schubert Sinfonie Nr. 4
R. Schumann Cellokonzert
A. Skriabin Sinfonie Nr. 1 E-Dur
D. Schostakowitsch Sinfonie Nr. 9 Es-Dur
J. Sibelius Sinfonien Nr. 1, 3, 7
  Violinkonzert
N. Skalkottas Griechische Tänze
B. Smetana Die Moldau
I. Strawinski Apollon musagète
  Pulcinella-Suite
  Petruschka-Suite
  Der Feuervogel (Ballettmusik / Suite)
  Scènes de ballet
M. Stroppa Metabolai

P. I. Tschaikowski

Sinfonie Nr. 4 f-moll
  Streicherserenade
  Der Nussknacker (Ballettmusik/Suite)
  Ouvertüre zu Iolanta
G. Verdi Ouvertüre zu La forza del destino 
C. M. v. Weber Klarinettenkonzert f-moll
H. Wood Fantasia on British Sea Songs
B. A. Zimmermann Musique pour les soupers du Roi Ubu

Repertoire Oratorium

M. André

enSof
  hij 2

J. S. Bach

Weihnachtsoratorium
  Matthäus-Passion
  Johannes-Passion
  h-moll-Messe
  Magnificat
  Diverse Kantaten

L. Bernstein

Chichester Psalms

G. Bizet

Te Deum

P. Boulez

Cummings ist der Dichter
J. Brahms Ein deutsches Requiem
  Schicksalslied
B. Britten St. Nicolas Cantata
  War Requiem
G. Carissimi Jephte
  Missa L'homme armé a 12
M. Duruflé Requiem
  Missa con jubilo
A. Dvořák Requiem
  Messe D-Dur
G. F. Händel Der Messias (Deutsch / Englisch)
J. Haydn Die Schöpfung
  Diverse Messen
N. Jommelli Miserere
F. Mendelssohn Bartholdy Christus
  Elias
  Die erste Walpurgisnacht
C. Monteverdi Selva morale e spirituale (Auszüge)
W. A. Mozart Requiem
  Diverse Messen
C. Orff Carmina Burana
F. Poulenc Gloria
M. Reger Hebbel-Requiem "Seele, vergiß sie nicht"
G. Rossini Petite Messe Solennelle
  Stabat Mater
H. Schütz Musikalische Exequien
I. Strawinski Canticum Sacrum
  Psalmensinfonie
  Zvesdoliki
F. Tuma Stabat mater
G. Verdi Messa da Requiem
A. Webern Kantaten

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